Die Geschichte des Karate
Karate (空手, "leere Hand") hat seine Wurzeln auf der Insel Okinawa. Dort verschmolzen über Jahrhunderte einheimische Kampfmethoden mit Einflüssen aus China zu einer eigenständigen waffenlosen Kampfkunst. Lange Zeit wurde Karate ausschließlich auf Okinawa unterrichtet, oft im kleinen Kreis und teilweise im Verborgenen. Ab den 1920er-Jahren reisten erste okinawanische Meister auf das japanische Festland, gaben öffentliche Vorführungen und richteten Trainingsgruppen an Universitäten ein. Aus diesen Anfängen hat sich Karate schrittweise in Japan etabliert und ist von dort aus später weltweit bekannt geworden.
Aus dieser Entwicklung sind verschiedene Stilrichtungen entstanden. Sie unterscheiden sich in den Bewegungsabläufen, in der Auswahl der Kata und im Trainingsaufbau, teilen aber gemeinsame Grundlagen. Zu den vier großen traditionellen Stilen Japans zählen Shotokan, Wado-Ryu, Shito-Ryu und Goju-Ryu.
Goju-Ryu
Goju-Ryu (剛柔流) wurde in den 1920er-Jahren von Chōjun Miyagi auf Okinawa begründet. Der Name bedeutet "harter und weicher Stil" und beschreibt das Grundprinzip: kraftvolle, gerade Techniken werden mit nachgiebigen, kreisförmigen Bewegungen kombiniert. Beides gehört zusammen, in der Atmung genauso wie im Kampf.
Typisch für Goju-Ryu sind die Kata Sanchin als Grundlage für Atmung, Körperspannung und Konzentration, der Fokus auf kurze Distanzen mit drehenden Hand- und Armtechniken sowie tiefe, stabile Stellungen. Daneben ist die körperliche Vorbereitung (Hojo Undo) ein fester Bestandteil des Trainings. Miyagis Schüler trugen den Stil nach Japan und in die Welt; bis heute ist Goju-Ryu eine der prägenden Linien im traditionellen Karate.
Goju-Kai
Goju-Kai (剛柔会) ist die japanische Linie des Goju-Ryu. Gegründet wurde sie in den 1930er-Jahren von Gōgen Yamaguchi, der wegen seines schnellen und weichen Bewegungsstils auch "der Kater" genannt wurde. Yamaguchi war direkter Schüler von Chōjun Miyagi und baute auf dessen System auf, brachte aber den freien Übungskampf, das Kumite, deutlich stärker in den Vordergrund.
Goju-Kai verbindet die klassische Kata-Arbeit mit einem ausgeprägten sportlichen Wettkampfanteil. Ergänzt wird das durch eine geistige Schulung, die in der Tradition des Zen verankert ist. Über Yamaguchi und seine Söhne wuchs Goju-Kai zu einer internationalen Organisation, in der heute weltweit Karateka jeden Alters trainieren.
Akari Tatsu
Bei Akari Tatsu trainieren wir in der Tradition von Goju-Ryu und Goju-Kai. Wir legen Wert auf eine saubere technische Grundlage über die Kata, ohne dabei den freien Übungskampf zu vernachlässigen. Anfänger:innen finden bei uns einen ruhigen Einstieg, Fortgeschrittene den Anschluss an Wettkampf und Prüfungen. Karate ist für uns ein Weg, Körper und Kopf gleichermaßen zu trainieren.
"Karate ni sente nashi" — im Karate gibt es keinen ersten Angriff. Dieser Satz von Gichin Funakoshi gehört zu den Grundsätzen, an denen wir uns orientieren.